Fernstudium – fĂĽr wen eignet es sich?
Prinzipiell kann gesagt werden, dass sich ein Fernstudium zunächst an all die Menschen und Personengruppen richtig, die den notwendigen Ehrgeiz haben, sich in dieser komplexen Welt weiter zu bilden. Voraussetzung zur Aufnahme eines klassischen Fernstudiums ist selbstverständlich die allgemeine deutsche Hochschulreife. In der Bundesrepublik Deutschland heißt diese „Abitur“ und in der Republik Österreich „Matura“. Es muss gesagt werden, dass es sich bei einem Fernstudium „an“ einer der offiziell akkreditierten Fernuniversitäten im Grunde genommen um ein ganz klassisches Studium handelt, in dessen Rahmen ein Diplom, ein Bachelor oder aber auch ein Master of Arts bzw. Master of Science erworben werden kann. Lediglich hinsichtlich der Organisationsform und vor allem der nicht existierenden Präsenz (-pflicht) unterscheidet sich eine Fernuniversität von einer gewöhnlichen universitären Bildungseinrichtung.
Fernstudium – Die Zielgruppen sind höchst unterschiedlich
Die Zielgruppe, die in der Praxis dann jedoch Gebrauch von der Möglichkeit eines Fernstudiums macht, unterscheidet sich jedoch zum Teil sehr stark von der Zielgruppe einer klassischen Präsenzuniversität/Hochschule. In der Regel sind die Studenten und Studentinnen einer Fernuniversität älter als ihre Kommilitonen an einer klassischen Universität. Oft ist es so, dass sich ein Fernstudium insbesondere für die Personen eignet, die nebenbei (voll) berufstätig sind und so nicht die Möglichkeit haben, den Präsenzpflichten und Stundenplänen einer „richtigen“ Universität gerecht zu werden. Oft sind es auch Unternehmer, die sich und die Mitarbeiter ihres Betriebes mit Hilfe eines Fernstudiums weiterbilden wollen. Die Gruppe derer, die sich nachhaltig für ein Fernstudium interessieren sind sehr unterschiedlich. Eine große Gruppe derer, die sich für ein Fernstudium entscheiden sind beispielsweise auch Hausfrauen, die die Zeit der Babypause und Mutterschaft parallel auch noch zum Studieren nutzten wollen um dann später wieder einfacher – und vielleicht sogar besser – in den Beruf einsteigen zu können. Eine weitere zentrale Zielgruppe, die des Öfteren nicht unbedingt so im unmittelbaren Fokus der allgemeinen Öffentlichkeit steht sind Strafgefangene. Viele Gefangene nutzen die Zeit ihres Gefängnisaufenthaltes – glücklicherweise ganz im Sinne der Resozialisierung und Bewährungshelfer – um sich im Rahmen eines Studiums auf die Zeit nach dem Knast vorzubereiten. Dieser Bereich des Fernuniversitätspublikums sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Ganz gleich, welche Zielgruppe man sich im Rahmen einer Untersuchung auch anschaut: Immer wieder kommt man dann unweigerlich zu dem Schluss, dass die Personen, an die sich die Möglichkeit eines Fernstudiums richtet, in aller Ruhe eine hochgradig diversifizierte Gruppe bilden.
Ohne Ehrgeiz funktioniert das Fernstudium auf keinen Fall
In diesem Kontext muss darauf hingewiesen werden, dass es sich bei allen Studenten und Studentinnen, die an einer Fernuniversität studieren, um hochgradig ehrgeizige Personen handelt bzw. sogar handeln muss. In der Praxis sollte der Aufwand eines Fernstudiums auf keinen Fall unterschätzt werden. Fernstudenten sind oft absolute Einzelkämpfer, die sich oft erst am späten Abend, wenn die Kinder im Bett sind und der Mann vorm Fernseher sitzt, an ihre dicken Skripte setzen können. Jeder, der sich somit ernsthaft für die Möglichkeit eines Fernstudiums interessiert, sollte sich auf jeden Fall dieser starken Belastung bewusst sein. Der Anspruch einer Fernuniversität steht dem einer normalen Universität in nichts nach. Weiterhin könnte als Hürde für einige Personen hinzukommen, dass ein Fernstudium selbstverständlich gebührenpflichtig ist.